Coverglas Materialien Industrie-Display Gorilla Glass Borosilikat
Materialien & Spezifikation

Coverglas für Industrie-Displays: Materialien, Dicken und Beschichtungen.

Das Deckglas ist die am meisten unterschätzte Display-Komponente. Die richtige Wahl beeinflusst Touch-Performance, Robustheit und Bonding-Qualität erheblich.

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Das Coverglas ist die erste Verteidigungslinie Ihres Displays. Es schützt vor Kratzern, Stößen und Verschmutzung – und ist die Oberfläche, die der Bediener täglich berührt. Trotzdem wird die Glaswahl in vielen Projekten vernachlässigt.

Glasmaterialien im Vergleich

MaterialBiegefestigkeitTemp.-BeständigkeitTypische AnwendungKosten
FloatglasBasisbis 300°CInnen, geringe Belastung
Gorilla Glass / Chem. gehärtet4–8× höherbis 400°CIndustrie, Medizin, Outdoor€€
Borosilikat (SCHOTT)Mittelbis 500°CMedizin (Autoklavierbar), Chemie€€€
SaphirglasSehr hoch (Mohs 9)bis 1.000°CMilitär, Luft-/Raumfahrt€€€€

Glasdicke: Wie dick sollte das Deckglas sein?

  • 0,55–0,7 mm: Consumer (Smartphones, Tablets) – nicht für Industrie
  • 1,1 mm: Leichte Industrieanwendungen, Büro, Labor
  • 2,0 mm: Industrie-Standard – Maschinenbau, Medizintechnik, Fahrzeuge (IK05–IK07)
  • 3,0–4,0 mm: Heavy-Duty – Baumaschinen, Outdoor-Terminals, Vandalismus-gefährdete Bereiche (IK08–IK10)
  • 5,0–6,0 mm: Maximaler Schutz – Militär, Bergbau, Extremumgebungen
Wichtig für PCAP-Touch: Mit zunehmender Glasdicke nimmt die Touch-Empfindlichkeit ab. Ab 3 mm muss der Controller speziell kalibriert werden. Optical Bonding verbessert die kapazitive Kopplung und kompensiert dickere Gläser teilweise.
Coverglas Materialien Vergleich Industrie-Display Optical Bonding
Abb 1: Die Glaswahl bestimmt Robustheit, Touch-Performance und Bonding-Qualität – eine ingenieurtechnische Entscheidung, keine Standardauswahl.

Beschichtungen im Überblick

  • AR (Anti-Reflective): Oberflächenreflexion <0,5% – optimal in Kombination mit Optical Bonding
  • AG (Anti-Glare): Matte Oberfläche, streut Licht diffus – Haze-Wert 10–40%
  • AF (Anti-Fingerprint / Oleophob): Ölabweisend, einfachere Reinigung – wichtig für Touch-Displays in Medizin und Küche
  • AM (Anti-Microbial): Silberionen hemmen Bakterienwachstum – relevant für Medizintechnik und öffentliche Terminals
  • Siebdruck: Dekorativer Randaufdruck, Logos, Icons – direkt auf Glas gebrannt

Coverglas und Optical Bonding: Was Sie beachten müssen

  1. Planität: Das Glas muss innerhalb <0,1 mm plan sein – Verzug führt zu ungleichmäßiger Klebstoffschicht und Blasen
  2. Oberflächenenergie: Kontaktwinkel <20° erforderlich – bei beschichteten Gläsern vorab testen
  3. Siebdruck-Kompatibilität: Druckfarbe muss mit LOCA kompatibel sein – manche Farben verursachen Delaminierung
  4. Thermische Passung (CTE): Glas und Display müssen zueinander passen – besonders bei Borosilikat
  5. Kantenbearbeitung: Gefaste oder polierte Kanten empfohlen (C-Schliff) – scharfe Kanten erzeugen Spannungsspitzen

Fazit: Die Glaswahl bestimmt die Display-Qualität

Das richtige Deckglas ist keine Standardentscheidung, sondern eine Ingenieursaufgabe. Unsere Empfehlung: Definieren Sie Glasanforderungen gemeinsam mit dem Bonding-Partner – nicht getrennt davon.

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