ISO 7 Reinraum Fertigung Optical Bonding – kontrollierte Produktionsumgebung
Fertigung & Qualität

Reinraumfertigung: Warum Optical Bonding nur in reiner Luft gelingt.

Ein einziges Staubkorn reicht, um ein 2.000-Euro-Display zu zerstören. Deshalb fertigen wir ausschließlich in zertifizierten ISO-7-Reinräumen.

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Stellen Sie sich vor: Ein einzelnes Staubkorn, 50 Mikrometer groß – dünner als ein menschliches Haar – landet auf einem 2.000-Euro-Display, bevor das Deckglas aufgesetzt wird. Das Ergebnis: ein sichtbarer Einschluss, der nicht mehr entfernt werden kann. Das Display ist Ausschuss.

Optical Bonding ist ein Prozess, bei dem die Toleranz für Verunreinigungen praktisch null beträgt. Deshalb findet professionelles Bonding ausschließlich in zertifizierten Reinräumen statt.

ISO 14644: Was bedeuten die Reinraumklassen?

Die internationale Norm DIN EN ISO 14644 definiert Reinraumklassen anhand der maximal zulässigen Partikelkonzentration pro Kubikmeter Luft:

ReinraumklasseMax. Partikel/m³Typische Anwendung
ISO 5 (Klasse 100)3.520Halbleiterfertigung
ISO 6 (Klasse 1.000)35.200Optik, Medizintechnik
ISO 7 (Klasse 10.000)352.000Optical Bonding ✓
ISO 8 (Klasse 100.000)3.520.000Allgemeine Elektronik
Normale Büroluft35.000.000
Bei HIGH-END Optical Systems fertigen wir in ISO 7 (Klasse 10.000). Für besonders empfindliche Anwendungen (Medizintechnik, Militärtechnik) steht ein ISO-6-Bereich zur Verfügung.

Unser Reinraum: Die technische Ausstattung

  • Luftfiltration: HEPA-Filter (H14) mit mehrstufiger Filterung und Überdruck – keine ungefilterte Luft kann eindringen
  • Klimakontrolle: Konstant 21 °C und 45% relative Luftfeuchte – kritisch für Fließ- und Aushärteverhalten von LOCA
  • ESD-Schutz: Leitfähige Böden, ESD-Kleidung, ionisierte Luftströme an kritischen Arbeitsplätzen
  • Partikelmonitoring: Kontinuierliche Überwachung an mehreren Messpunkten – jede Überschreitung löst Alarm aus
  • Rückverfolgbarkeit: Jedes Display erhält eine Seriennummer, alle Prozessparameter werden dokumentiert
ISO 7 Reinraum Optical Bonding Fertigung – kontrollierte Bedingungen
Abb 1: Professionelles Optical Bonding erfordert eine kontrollierte Reinraumumgebung – nur so sind reproduzierbare Qualität und eine Ausbeute von über 98% möglich.

Der Bonding-Prozess: Schritt für Schritt

  1. Wareneingangsprüfung: Jedes Display und Deckglas wird auf Beschädigungen, Partikel und Maßhaltigkeit geprüft
  2. Reinigung: Mehrstufige Reinigung mit Isopropanol und ionisierter Luft; optional Plasma-Vorbehandlung
  3. LOCA-Dosierung: Definierte Menge LOCA wird blasenfrei aufgetragen, gewichtsgesteuert
  4. Vakuum-Lamination: Zusammenfügen in der Vakuumkammer – kein Lufteinschluss möglich
  5. UV-Aushärtung: UV-Dosis per Radiometer überwacht und dokumentiert
  6. 100%-Qualitätskontrolle: Sichtprüfung auf Blasen, Partikel, optische Fehler – lückenlose Rückverfolgbarkeit

Was passiert ohne Reinraum?

ProblemOhne ReinraumMit ISO-7-Reinraum
PartikeleinschlüsseAusschussrate bis 30%<2%
BlasenbildungHäufigNahezu ausgeschlossen
QualitätskonsistenzSchwankendReproduzierbar
RückverfolgbarkeitNicht möglichVollständig
Kosten-Beispiel: Bei 1.000 Displays pro Jahr kostet eine Ausschussrate von 20% (ohne Reinraum) statt 2% (mit Reinraum) bei einem 15"-Medical-Display (Wert: 800 €) bis zu 144.000 € Mehrkosten pro Jahr.

Fazit: Der Reinraum ist kein Luxus, sondern Qualitätssicherung

Professionelles Optical Bonding ohne Reinraum ist wie eine Operation ohne sterile Bedingungen. Unsere ISO-7-Fertigung garantiert reproduzierbare Qualität bei einer Ausbeute von über 98%.

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